Am dritten Wochenende im September steht Baden-Württemberg traditionell im Zeichen der Energiewende. Dabei sollen Energiequellen wie Kohle von umweltfreundlicheren Energieträgern aus Sonne und Wind ersetzt werden. Interessierte können sich an diesen Tagen ausführlich über die Themen erneuerbare Energien, Energiesparen, Energieeffizienz sowie Klimaschutz und die Reduzierung von Treibhausgasen informieren.   

Dabei leben die Energiewendetage vom Engagement jedes Einzelnen – passend dazu das diesjährige Motto: „Wir sind Energie!“ Mitgestalten ist nicht nur ausdrücklich erwünscht, sondern entscheidend für das Gemeinschaftsprojekt. Vom Energieerzeuger bis zum Handwerk, von der Energieagentur bis zur Wirtschaft, von der Kommune bis zum Architekten – überall im Ländle engagieren sich zahlreiche Akteure mit Veranstaltungen, Projekten und Aktionen dafür, Energiethemen vor Ort lebendig zu machen, den Dialog zu fördern, das Nachdenken über den Umgang mit Energie anzuregen, das Umdenken zu fördern und zum Mitmachen zu motivieren.
   

Mit den Energiewendetagen zeigt das Ländle bereits zum 14. Mal, dass die Energiewende hier bereits in vollem Gang ist. In den vergangenen Jahren wurde in Baden-Württemberg vieles angestoßen und erste Etappen auf dem Weg zur Energiewende sind gemeistert. Dennoch ist und bleibt die Energiewende eines der großen und wichtigen Generationenprojekte unserer Zeit, sagt Umweltminister Franz Untersteller. Die Landesregierung hat sich bei der Transformation des Energiesektors folgendes Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2050 sollen die CO2-Emissionen um 90 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 sinken. Dazu müssen der Energieverbrauch erheblich reduziert und die erneuerbaren Energien rasch ausgebaut werden.

Als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts und wichtigen Säule der Energiewende gilt Wasserstoff. Die grundlegende Technik ist nicht neu: Ein als Elektrolyse bekanntes chemisches Verfahren trennt mit Hilfe elektrischer Energie Wasser. Das Ergebnis: energiereicher Wasserstoff und Sauerstoff. Die Energie im Wasserstoff wird durch Verbrennen wieder nutzbar, als Abgas entsteht dann lediglich umweltschonender Wasserdampf.

KLEINE SCHRITTE ZÄHLEN

Damit Wasserstoff „grün“ und damit klimaneutral ist, darf auch bei seiner Herstellung kein CO2 anfallen. Die benötigte Energie für die Elektrolyse muss also von erneuerbaren Energieträgern kommen. Wasserstoff ist heute schon vielfältig im Einsatz, allerdings ist er dann oft „grau“, das heißt, er wird aus fossilen Brennstoffen gewonnen und verursacht CO2-Emissionen. Grüner Wasserstoff soll nicht nur den Grauen von heute ersetzen. Er soll auch erneuerbare Energie in Anwendungsbereiche bringen, in denen eine CO2-Reduzierung durch den Einsatz von nachhaltigem Strom bisher nicht möglich war. So kann Wasserstoff zum Beispiel in der Stahlindustrie Kohle ersetzen oder in Brennstoffzellen Lastwagen antreiben, bei denen ein Einsatz von Batterien nicht sinnvoll ist.

Von diesen großen Entwicklungen abgesehen, kann jeder Einzelne die Energiewende mit vorantreiben. Wer Energie spart, macht kleine, wichtige Schritte in die richtige Richtung. So bedeutet zum Beispiel effizientes Autofahren, dass man weniger tanken muss. Das schont das Klima. Auch richtiges Heizen und Lüften, effiziente Haushaltsgeräte und energiebewusstes Waschen und Kochen sind einfache Wege, um weniger Strom und Wärme zu verbrauchen. red