Die Karrierechancen für Wirtschaftspsychologen stehen gut, Tendenz steigend. Denn Wirtschaftsunternehmen suchen gezielt Fach- und Führungskräfte mit der Kombination aus betriebswirtschaftlichem und psychologischem Know-how. Nach welchen Kriterien fallen Kaufentscheidungen und wie muss ein Produkt in der Zukunft aussehen? Wie finden Unternehmen den passenden Bewerber und motivieren ihre Mitarbeiter, um langfristig erfolgreich zu sein?  

Wirtschaftspsychologen bringen mit ihrer Doppelqualifikation exakt das Rüstzeug mit, das Unternehmen suchen. Eingesetzt werden sie vor allem in den Bereichen Finanzen, Personal, Marketing und Vertrieb. Wings, der bundesweite Fernstudienanbieter der Hochschule Wismar, bildet diese Experten nach eigenen Angaben nun erstmals berufsbegleitend per Onlinestudium aus. Das Fernstudium ist nach den Qualitätsvorgaben der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie (GWPs) konzipiert und bietet größtmögliche Flexibilität.
                   

Das berufsbegleitende Onlinekonzept garantiert ein zeit- und ortsunabhängiges Studium. Entscheidend ist lediglich, dass das geforderte Pensum erfüllt wird - wann und wo gelernt wird, kann jeder individuell entscheiden. Über die Studien- App sind sämtliche Lehrinhalte, Videovorlesungen, Noten, Termine sowie ein persönlicher Zeitmanager ständig online und offline verfügbar.

Professoren der Hochschule sowie Dozenten aus der Praxis leiten die Lehrveranstaltungen und begleiten die Studierenden in wöchentlichen Live-Tutorien. Nach acht Semestern schließt das Onlinestudium mit staatlichem Hochschulabschluss „Bachelor of Science (B.Sc.)“ ab. „Die heutige Wirtschaft benötigt viel Verhaltenswissenschaft, um nachhaltig, wirkungsvoll und human zu sein“, erklärt Studiengangsleiter Professor Anton Hahne.

„Wer sich doppelt qualifiziert, ökonomisch und verhaltensorientiert, hat sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das zahlt sich später im Beruf aus.“ Die Einschreibefrist zum Wintersemester 2020/21 endet am 31. August. Alle Infos unter: www.wings.de/wirtschaftspsychologie. Die Klausuren können an 16 Standorten in Deutschland und Österreich abgelegt werden.

Wer im Ausland ist, kann auch an einem von über 150 Goethe-Instituten weltweit die Prüfungen absolvieren. Einmal im Semester trifft sich die Studiengruppe persönlich, Kleingruppen werden gecoacht, Konzepte und Strategien werden vermittelt, praxisnahe Fallstudien erarbeitet. djd
                     

Unterstützung nach Arbeitsunfall rechtens

Haben Beschäftigte in Folge eines Arbeitsunfalls eine posttraumatische Belastungsstörung, haben sie Anspruch auf Unterstützung durch die gesetzliche Unfallversicherung.

Der Anspruch bleibt bestehen, wenn sich diese psychische Störung durch eine Serie von traumatischen Einwirkungen aus dem Privatleben entwickelt hat – vorausgesetzt, das Ereignis bei der Arbeit hebt sich von den vorherigen Erlebnissen derartig ab, dass ihm eine wesentliche Bedeutung zukommt. Auf ein entsprechendes Urteil des Sozialgerichts Stuttgart (Az.: S 1 U 1827/17) weist die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.

Belastungsreaktion nach tödlichem Unfall

Der Kläger war Zugchef in einem ICE, als der Zug zwei Menschen erfasste und tödlich verletzte. In Folge der verstörenden Eindrücke wurde eine akute Belastungsreaktion bei dem Mann diagnostiziert. Er konnte fortan nur noch als einfacher Zugbegleiter arbeiten, aber nicht mehr als Zugchef.

In ihrem Bescheid stellte die Unfallversicherung eine akute Belastungsreaktion, eine Arbeitsunfähigkeit von fünf Tagen sowie eine Behandlungsbedürftigkeit von zehn Monaten fest. Darüber hinaus lehnte sie aber einen Anspruch auf Leistungen ab.

Belastungen aus der Vergangenheit

Der Mann widersprach dem Bescheid, woraufhin die Unfallversicherung eine ärztliche Stellungnahme einholte. Darin wurde festgestellt, dass der Bahnmitarbeiter unabhängig vom Unfall auch durch Ereignisse im Privatleben psychisch belastet sei: Nach dem Tod der Mutter habe er zum Beispiel unter einer depressiven Symptomatik gelitten. Als Kind habe er den Alkoholismus und die Trennung der Eltern miterlebt.

Aufgrund dieser Stellungnahme wies die Unfallversicherung den Widerspruch des Mannes zurück. Der klagte dagegen - mit Erfolg. Das Sozialgericht entschied auf Basis mehrerer Gutachten, dass hier eindeutig eine posttraumatische Belastungsstörung aufgrund des Zugunglücks vorliege. Der Kläger sei zwar durch frühere Ereignisse bereits psychisch belastet gewesen, der Unfall sei aber von herausragender Bedeutung gewesen.

Aus diesem Grund spielten die vorangegangenen Belastungen keine entscheidende Rolle. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. dpa/tmn