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Bauen & Wohnen

Mit Schlüssel, Code oder Handy

Welches Türschloss am besten passt, hängt von den eigenen Bedürfnissen ab

Beim digitalen Zugangssystem wird der Schlüssel überflüssig. Foto: dpa-tmn/Schuh

1.03.2021

Einen Haustürschlüssel hat fast jeder in der Tasche. Aber vielleicht wird der ja bald überflüssig. Denn Türen lassen sich auch mit dem Smartphone öffnen und schließen. Und sogar aus der Ferne. „Ob das aber für jeden Sinn macht, ist zu bezweifeln“, sagt Jürgen Spermann vom Bundesverband Sicherungstechnik Deutschland in Erkrath. „Elektronische Schließsysteme erhöhen zwar den Komfort, für die Sicherheit sind sie jedoch nicht unbedingt notwendig“, sagt der Sicherheitsexperte.

Berechtigungen an Besucher vergeben

Es gibt aber durchaus Situationen, in denen das Öffnen und Schließen der Haustür via Internet praktisch ist. „Man kann zum Beispiel Berechtigungen an einen Besucher vergeben“, erklärt Stephan Schmidt, Geschäftsführer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie in Velbert. Der Gast bekommt dann übers Internet einen Code, der ihm in einem bestimmten Zeitfenster den Zugang zur Wohnung ermöglicht. „Wenn der Besucher die Wohnungstür wieder schließt, verliert der Code seine Gültigkeit“, erklärt Schmidt weiter.

Immer häufiger genutzt werden heutzutage bereits elektronische Schließsysteme, die zwar nicht mit dem Internet verbunden sind, sich aber auch aus der Ferne steuern lassen. Dabei wird die Tür nach einer Pin-Eingabe oder per Transponder-Schlüssel geöffnet.

Die absolute Mehrheit hat jedoch nach wie vor ein Haustürschloss mit einem mechanischen Schließsystem. Diese Schlösser sind keinesfalls altbacken, sagt Schmidt. „Mechanische Schließzylinder gibt es zwar seit vielen Jahrzehnten. Aber sie werden ständig weiterentwickelt und mit Quer- und Sperrstiften ergänzt.“ Kunden finden in diesem Bereich mittlerweile technisch anspruchsvolle Schlösser mit einer feinen, hochwertigen Mechanik, weiß der Experte.

„Der Schließzylinder allein macht eine Tür nicht sicher“, stellt Spermann jedoch klar. „Um möglichen Fremdzugriffen standzuhalten, muss sie möglichst massiv und gegebenenfalls mit mehreren Beschlägen und Hinterbandsicherungen ausgestattet sein.“

Auch alte Tür kann aufgerüstet werden

Doch nicht immer braucht es eine neue Tür, um dem eigenen Bedarf nach Sicherheit gerecht zu werden. Auch eine alte Tür kann aufgerüstet werden.

Dafür muss geprüft werden, in welchem Zustand sie ist. Wichtig ist, dass Türblatt, -rahmen, -bänder, und -schlösser sowie Beschläge, Schließbleche und auch Zusatzsicherungen in ihrer Wirkung sinnvoll aufeinander abgestimmt sind und fachgerecht eingebaut werden.

Erfüllt die Tür diese Kriterien nicht mehr, muss sie allerdings ausgetauscht werden. „Bei Neu- und Umbauten erhält man durch den Einbau geprüfter einbruchhemmender Türen nach DIN EN 1627 mit mindestens Widerstandsklasse RC 2 einen guten Einbruchschutz“, sagt Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. tmn


Das zahlt der Versicherer

Eine Hausratversicherung zahlt nach einem Einbruch für gestohlenes Inventar. Der Betroffene erhält für einen alten Gegenstand dann so viel Geld, dass er ihn zu heutigen Preisen gleichwertig ersetzen kann.

Das muss aber nicht der ursprüngliche Kaufpreis sein, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Veranschlagen können Betroffene den Wiederbeschaffungspreis. Die Versicherung zahlt nicht nur für geklaute Möbel oder Elektronik, sondern übernimmt auch Reparaturkosten für beschädigtes Inventar.

Wichtig: Damit der Versicherer zahlt, muss der Einbruch umgehend bei der Polizei und der Versicherung gemeldet werden. Entwendete Scheck- und Kreditkarten sollten gesperrt werden, um den Schaden gering zu halten. Die Versicherung benötigt eine Liste mit allen gestohlenen und beschädigten Gegenständen.

Diese sogenannte Stehlgutliste sollte an den Versicherer gehen und den Neuwert des Diebesgutes und detaillierte Beschreibungen enthalten. Um im Ernstfall eine Liste parat zu haben, raten die Verbraucherschützer dazu, den Besitz von wertvollem Hausrat mit Fotos und Einkaufsbelegen beizeiten zu dokumentieren.

Grundsätzlich zahlt eine Hausratversicherung bei Einbruch nur, wenn der Tatort bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Der Einbrecher muss sich mit einem Werkzeug Zugang zum Haus verschafft oder den Zugangsschlüssel geraubt haben. Geht der Verlust des Schlüssels auf fahrlässiges Verhalten des Besitzers zurück, geht dieser leer aus. dpa-tmn